Kann im Zeitalter der globalen Vernetzung noch etwas geheim bleiben? Wie steht es mit der Vertuschung von Katastrophen,
zweifelhaften Aktionen und Verbrechen? Die negativen Reaktionen und Angriffe auf Wikileaks zeigen, wie sehr die
massenhaften Veröffentlichungen die Politik aufwirbeln. Doch sind sie unbearbeitet aufklärend, verwirrend oder
sogar gefährlich? Stärken die Offenlegungen von Geheimnissen die Demokratie oder schwächen sie die internationale
Diplomatie und gefährden die genannten Personen? Man kann sagen, dass offene Demokratien angreifbarer sind als
Diktaturen oder Konzerne, da dort ungefährdeter ein Leck entstehen kann.
Zu viele unbearbeitete Daten verwirren jedoch, anstatt den Druck auf die vertuschenden, in Skandale verwickelten
Akteure zu erhöhen. Allgemeines Interesse besteht eher an den geheimen Verfehlungen und Verbrechen, ganz egal ob
es sich dabei um unlautere Politiker, Umweltskandale, Kriegsverbrechen oder Korruption handelt, wenige an den
Massen von alltäglichen Daten dazwischen. Deshalb ist wahrscheinlich eine Bearbeitung der geheimen Dokumente
besser, um die Spreu vom Weizen zu trennen und in den Dokumenten genannte Personen ebenso zu schützen wie die‚
Whistleblower‘, die allen alles zugänglich machen.
Aus der politischen Kommunikation ist das Internet nicht
mehr wegzudenken. Es gibt zahllose Informationsangebote, wie die Internetpräsenz von PolitikerInnen, Parteien, NGO
und Vernetzungsmöglichkeiten, die es jedem erlauben, die eigene Position zu Gehör zu bringen oder gemeinsam mit
anderen Einfluss zu nehmen. In der stetig wachsenden Vernetzung ist jedoch auch die Verlässlichkeit der Daten und
Quellen enorm wichtig, damit Fehlmeldungen kein Eigenleben entwickeln und die Chancen blockieren.
Neben Privatpersonen, Firmen und Prominenten sind in den „social media” unterschiedlichste politische Gruppen
vertreten. Wie weit die reale Politik von der virtuellen Welt beeinflusst wird, zeigen der Wahlerfolg der
Piratenpartei ebenso wie die Entwicklungen in Nordafrika, aber auch die Reaktionen westlicher Politiker darauf,
die ebenso durch das Netz beeinflusst werden.
Verlässliche Daten und Fehlinformation sind im Internet
nicht leicht zu unterscheiden. Von der objektiven Berichterstattung über Propaganda bis zu Verleumdung und
Geschichtsklitterung ist alles bunt gemischt, abhängig von den Zielen der Personen und Gruppen hinter den Datenquellen.
Seriöse Einrichtungen zu politischer Bildung konkurrieren mit Gruppen und Einzelpersonen, die sich beweihräuchern oder
eindeutig die Wahrheit beugen oder gar unterdrücken.
Dies ist selbst von Experten kaum auf den ersten Blick zu erkennen. Dazu kommt eine stärker in die aktuelle
journalistische Berichterstattung eingefügte Verwendung der Netzdaten, die nicht immer überprüft werden können.
Große Datenmengen im Netz führen außerdem häufig zu einem Informationsüberfluss, der die Nutzer überfordert oder
ihr Interesse an einer tiefer gehenden Analyse eines Themas abflauen lässt. Trotzdem ist es wichtig, in einem
offenen, aber nicht zu vertrauensseligen Vorgehen die schnellen und genauen Informationen zu verwenden, sobald
ihre Verlässlichkeit genügend geklärt wurde.
An diesen und ähnlichen Themen werde ich noch lange weiterarbeiten, ob mehr im Hinblick auf die Förderung
menschenrechtlicher Aufgaben oder auf die Vermittlung zwischen netzaktiven und netzängstlichen Menschen, dies wird sich
zeigen. Diese Seite wird bestimmt weiter wachsen.
Abwarten, ob sich daraus ein Sachbuch darüber entwickelt, wie politisch das Internet ist. Oder ob es eher zu einem
kind-/ jugendgerechten Sachbuch führt, das deren Netzfähigkeiten mit solidem Wissen verbindet?
Abwarten und Tee trinken.
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